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Thema

Innereien – der erste Gedanke dazu: eine traditionelle Metzgete. Sofort erscheinen vor dem inneren Auge die essbaren inneren Organe von Schlachttieren, Wild und Geflügel. Je nach dem sind diese Bilder mit opulenten Sinnes- und Gaumenfreuden verbunden – oder wirken blutrünstig und abschreckend.

Doch das Thema führt weiter. Die Tafel, an der die Metzgete stattfindet, das Zusammenkommen von Leuten, das vielleicht archaische Beisammensein. Und dazu eine Art Übertritt durch Oberflächen hindurch hinein ins Verborgene, ins Ungesehene, Ungewisse. Was bedeutet das für die Gemeinschaft, die da tafelt und feiert?

Auch mag sich die philosophische Frage nach dem Wesen stellen, der Essenz: Was ist im Inneren, im Kern verborgen? Was ist das Wesen von etwas? In welchem Verhältnis steht das Innere zum Äusseren? Spannung, Harmonie? Wahrheit, Falschheit? Auch die Frage nach der Grenze von Innen nach Aussen stellt sich: Ist sie überhaupt erkennbar? Wo genau? Oder sie liegt da, verborgen, mitten drin. «Innereien» lässt also auch die ganz grossen Fragen zu. Gibt es eine Seele? Ist Gott ein Teil unseres Selbst? Was macht das Selbst aus? Wie entsteht Identität?

Ja, das Innere. Auf einem Selfie ist es nicht zu sehen. Wirklich nicht? Im Innern geht ja einiges vor sich, sogar ohne unser Zutun. Unsere Innereien arbeiten über das vegetative Nervensystem, völlig unbemerkt von uns. Auch lebenswichtige Körperfunktionen laufen einfach so, Atmung, Herz, Sinne. Diese Innereien haben Macht. Ob der Speichel fliesst, der Blutdruck steigt, sich die Adern und Pupillen weiten, das alles lässt sich nicht mit dem Willen beeinflussen. Das Äussere, die Oberfläche kann zwar widersprechen, zum Beispiel: «Nein, ich bin nicht verliebt» – Aber die Innereien, nonverbal, zeigen anderes.

Im Innern laufen psychische und kognitive Prozesse ab, welche sich mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht objektiv messen lassen. Gibt es die Macht der Gedanken? Woher weiss ich, dass du tatsächlich ein Inneres hast, ein Bewusstsein? Und nicht bloss eine Black Box bist? Dann wäre «dein» Bewusstsein meine Konstruktion, nämlich meine Leistung, deine Signale zu interpretieren. Bist du – erkennbar? Wie echt ist deine Liebe? Kannst du gar nicht – keine Maske haben? Und wer bin dann – ich?

Es gibt eine Innerei, die Mensch, Tier und Pflanze verbindet: die Zellen. Die kleinste Organisationseinheit, in der alle elementaren Prozesse ablaufen. Und noch kleiner geht es auch, man denke nur an die Atome, die kleinsten Teilchen eines Stoffes: das «Innerste» des Inneren. Ja, sogar die Physik nimmt sich diesem Thema an. Zumal ihre Innereien unter dem Namen «Quantenphysik» – auf den ersten Blick sinnlosen — Unfug treiben. Doch jetzt weg von der Physik. In die Politik: Die Zentralschweiz ist die «Innerei» der Schweiz, und so lässt sich Fragen: Sind wir die Leberwurst der Schweiz? Die beleidigte oder die – fröhliche?

Eingabe

Die Albert Koechlin Stiftung initiiert für das Jahr 2022 bereits zum sechsten Mal ein Kulturprojekt mit Produktionen aus der Innerschweiz für die Innerschweiz. Das Thema des AKS Kulturprojekts im Jahr 2022 heist "Innereien". 

Der Eingabefrist ist am 9. Oktober 2020, 17.00 Uhr abgelaufen. Aus 93 eingereichten Projekten hat eine unabhängige Fachjury 21 Projekte aus den Bereichen Theater/Literatur, Musik und visuelle Darstellungen ausgewählt. Die ausgewählten Projekte werden mit insgesamt CHF 1‘024‘000.-- unterstützt.  Details zu den einzelnen Projekte können der Medienmitteilung entnommen werden.

Medienmitteilung 

Projektrat und Fachjury

Lena Friedli, Projektrat und Vorsitz Fachjury
Lena Friedli, Projektrat und Vorsitz Fachjury
Fabian Christen, Projektrat und Fachjury
Fabian Christen, Projektrat und Fachjury
Magdalena Drozd, Fachjury
Magdalena Drozd, Fachjury
Sara Jäger, Projektrat und Fachjury
Sara Jäger, Projektrat und Fachjury
Gianni Paravicini, Fachjury
Gianni Paravicini, Fachjury
Valérie Portmann, Fachjury
Valérie Portmann, Fachjury
Lory Schranz-Gisler, Projektrat und Fachjury
Lory Schranz-Gisler, Projektrat und Fachjury

Jury

  • Lena Friedli (Vorsitz)

    Kunsthistorikerin und Kulturwissenschaftlerin, leitet seit 2020 das Forum Schlossplatz in Aarau. Zuvor war sie Kuratorin der Kunstplattform akku, Emmenbrücke, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Luzern, Co-Leiterin des Ausstellungsraum Klingental in Basel sowie Mitbegründerin des Projektraums KECK, Basel.

  • Fabian Christen

    30 Jahre Jolly & the Flytrap, 20 Jahre Gasthaus Grünenwald, 15 Jahre Volkskulturfest Obwald, 7 Jahre Stanser Musiktage, 2 Jahre Expo.02. Als Bäckerssohn, Organisator, Präsident, Moderator, Informatiker, Tontechniker unterwegs, immer guter Geist und Vernetzer. Ins Kulturelle abgedrifteter Soziologe mit Hang zur Naturwissenschaft.

  • Magdalena Drozd

    Theatermacherin, Künstlerin, Musikerin und Kuratorin. An der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)
    2015 den Bachelor of Arts in Dramaturgie und 2017 den Master of Arts in Fine Arts abgeschlossen. Seit
    2019 hat sie die Leitung des Bereichs Theater/Performance im Kulturbetrieb Südpol Luzern inne.

  • Sara Jäger

    Dipl. Typografische Gestalterin (Inhaberin von atelier jäger & raum für kultur), Vorstandsmitglied SchwyzKulturPlus und OK-Präsidentin Kulturwochenende Kanton Schwyz, Präsidentin Verein Kunst Schwyz.

  • Gianni Paravicini

    Forstingenieur ETH, war bis Ende 2018 Projektleiter in der Abteilung Naturgefahren im Kanton Luzern. Zusammen mit seiner Frau leitet er seit 1986 die Galleria und den Verlag Edizioni Periferia für zeitgenössische Kunst. Sie haben in 34 Jahren 50 Ausstellungen organisiert und 200 Bücher verlegt - und 2019 den Kulturförderpreis 2019 des Kantons Luzern erhalten.

  • Valérie Portmann

    Selbständige Kulturschaffende, Präsidentin Musikkommission Kanton Bern, Jurymitglied PROGR Zentrum für Kultur Bern (Ateliervergabungen), war bis 2018 Leiterin Departement Jazz an der Hochschule der Künste Bern, Jazzbeauftragte Expo 02 und Intendantin des Jazzclub moods im Schiffbau.

  • Lory Schranz-Gisler

    Theater- und Tanzpädagogin, Gründerin der Märlibühne Altdorf, der Theatergruppe Eigägwächs sowie der Theatergruppe Migranten und Einheimische. Ausgezeichnet mit der Altdorfer Medaille der Gemeinde Altdorf sowie dem Goldenen Uristier des Kantons Uri und der Kunst- und Kulturstiftung Uri.

Fragen und Antworten

Wie detailliert soll das Projekt bei der Gesuchseingabe ausgearbeitet sein?

  • Eine möglichst weit fortgeschrittene Projektierung ist wünschenswert. Im Idealfall ist das Konzept ausgearbeitet, die Projektorganisation und der Zeitplan festgelegt, die Projektbeteiligten bekannt, die Aufführungsorte bestimmt und das Budget erstellt. Falls noch nicht alle Angaben vorliegen, bezeichnen Sie die offenen Punkte und den Stand der Abklärungen in ihrer Gesuchseingabe.

     
  • Ein Projekt kann sich von der Eingabe bis zur Umsetzung verändern. Bei plausiblen und nachvollziehbaren Änderungen bietet die AKS Hand für einvernehmliche Lösungen. Gemäss Vereinbarung zwischen den ProjektträgerInnen und der AKS ist bei massgeblichen konzeptionellen oder organisatorischen Änderungen sowie bei einer Veränderung des Gesamtaufwandes um mehr als 10% der Projektleiter der AKS umgehend zu informieren. Bei einer Erhöhung des Gesamtaufwandes um mehr als 20% ist das Projekt erneut der Fachjury zur Beurteilung vorzulegen (siehe Vereinbarung mit ProjektträgerInnen). 
     
  • Projektbeteiligte sind vorgängig über die Idee zu informieren und bezüglich einer allfälligen Mitwirkung anzufragen.

Wie gross ist der finanzielle Beitrag der Albert Koechlin Stiftung?

  • Der Produktionsbeitrag wird durch die Fachjury für jedes Projekt individuell festgelegt. Die Fachjury orientiert sich dabei an der Gesuchseingabe, welche ein realistisches Budget enthalten muss.
     
  • Der Anteil des AKS-Produktionsbeitrages variiert zwischen 5% bis 95% des Gesamtaufwandes. Dabei wird berücksichtigt, dass je nach Projekt unterschiedliche Finanzierungsquellen generiert werden können (z.B. Eintritte, Gastronomie, Eigenleistungen, andere Förderstiftungen, öffentliche Hand).

Welche andere Förderstiftungen unterstützen Projekte, welche innerhalb des Innerschweizer Kulturprojektes AKS 2022 umgesetzt werden?

  • Aufgrund der letzten Durchführungen lässt sich kein eindeutiges Vorgehen feststellen. Gewisse Förderstiftungen lehnen Projekte, welche innerhalb des Kulturprojektes AKS umgesetzt werden, kategorisch ab, andere beurteilen die Gesuche analog den üblichen Gesucheingaben und -kriterien, wiederum andere beurteilen die Gesuche nicht, sondern stützten ihren Entscheid auf die Beurteilung der AKS ab. Dies ist u.a. auch abhängig davon, ob das vorgelegte Projekt mit den jeweiligen Förderschwerpunkten der einzelnen Stiftungen übereinstimmt, die ProjektträgerInnen bereits eine Förderpartnerschaft mit einer Stiftung haben, oder welche freien Mittel / Prioritäten bei den jeweiligen Stiftungen aktuell bestehen.
     
  • Die Albert Koechlin Stiftung kommuniziert transparent mit anderen mitfinanzierenden Stellen, welche bei der Gesuchseingabe aufgeführt sind. Das Gesamtbudget des Projektes sowie der Anteil der AKS wird ihnen auf Anfrage und/oder proaktiv durch die AKS kommuniziert. Budgets, welche sich zwischen der Eingabe bei der AKS und den Eingaben bei anderen mitfinanzierenden Stellen verändern, werden von den zusätzlich angefragten Förderstellen kritisch beurteilt oder gar a priori abgelehnt.

Weshalb finanziert die AKS nicht die gesamte Produktion?

  • Die AKS geht davon aus, dass Kulturschaffende, bzw. Kulturinstitutionen in der Regel auf bereits bestehende Finanzierungs- und Sponsoringpartnerschaften zählen dürfen. Diese sollen auch bei Produktionen, die im Rahmen des Kulturprojektes «Innereien» umgesetzt werden, im Finanzierungsplan berücksichtigt werden.  Die AKS vertritt nicht den Anspruch, exklusiv und als alleinige Förderin des Projektes aufzutreten.
    Mit dem Produktionsbeitrag der AKS können Projekte ambitionierter geplant, allgemein ausgeweitet oder ausgebaut werden. (Ein Laientheater engagiert z.B. für das Kulturprojekt eine professionelle künstlerische Leitung.) Ein solcher Mehraufwand kann mit dem Produktionsbeitrag der AKS gedeckt werden. Die restliche Finanzierung eines Projektes soll jedoch im üblichen Rahmen mittels der bewährten Finanzierungsquellen geleistet werden.  

Weshalb muss ich an den Kontakttreffen teilnehmen?

  • Die Kontakttreffen dienen dem Informationsfluss zwischen den ProjektträgerInnen und der AKS aber auch dem Austausch zwischen den Kulturschaffenden. Die Treffen bei früheren Kulturprojekten wurden von den teilnehmenden Kulturschaffenden im Nachhinein als informativ und als gute Netzwerkplattform eingestuft. Wir haben schon von vielen neuen Kooperationen erfahren, welche ihren Anfang bei einem Kontakttreffen hatten. 

Wie wird der Juryentscheid kommuniziert?

  • Die AKS informiert im Anschluss an die Jury-Sitzung alle Gesuchsstellenden bis am 30. November 2020 schriftlich über den Entscheid.
     
  • Die AKS publiziert zudem eine Medienmitteilung, in welcher die Gesamtzahl der Eingaben genannt, sowie die einzelnen ausgewählten Projekte kurz vorgestellt werden. Über Absagen wird nicht öffentlich orientiert.
     
  • Die ausgewählten Projekte werden zudem auf der Webpage www.aks-stiftung.ch aufgelistet. 

Muss eine Wohnsitzbestätigung der Projektbeteiligten eingereicht werden?

Kann ich das Projekt auch eingeben, wenn nicht alle nicht alle Projektbeteiligten einen Bezug zur Innerschweiz haben bzw. nicht in der Innerschweiz leben? Oder genügt es, wenn die Projektträgerschaft (z.B. Verein) eine Adresse in der Innerschweiz hat?
  • Eine Wohnsitzbestätigung ist nicht nötig. Wichtig ist, dass die Verbindung zur und Positionierung in der Kulturlandschaft Innerschweiz der ProjektträgerInnen plausibel und nachvollziehbar im Gesuch dargelegt werden können. Ausserdem ist es für eine Berücksichtigung des Gesuches unabdingbar, dass der Projektfokus resp. das Wirkungsfeld des Projekts in den Innerschweizer Kantonen (UR, SZ, LU, NW, OW) liegt. 

Nicht alle Aufführungsorte sind in der Innerschweiz. Kann ich das Projekt trotzdem eingeben? Wird der Produktionsbeitrag anteilsmässig gekürzt?

  • Das Projekt kann auch eingereicht werden, wenn nicht sämtliche Aufführungsorte in der Innerschweiz sind. Der Projektfokus hat aber in den Innerschweizer Kantone zu liegen. Der Produktionsbeitrag wird individuell festgelegt. Das Wirkungsfeld wird bei der Festlegung des Produktionsbeitrages entsprechend berücksichtigt.

Kontakt

Kontaktperson

Patrick Ambord

patrick.ambord@aks-stiftung.ch
+41 41 226 41 29

Projektassistenz

Nicole Engel, Projektassistenz +41 41 226 41 38 | nicole.engel@aks-stiftung.ch