4 November 2026
INTRO – Innerschweizer Kurzfilmwettbewerb 2026: Vier Projektideen prämiert
Ende April 2026 lancierte die Albert Koechlin Stiftung die zwölfte Ausgabe des Innerschweizer Kurzfilmwettbewerbs INTRO. Die Fachjury hat nun vier Innerschweizer Filmprojekte für die zweite Wettbewerbsrunde ausgewählt: Sie erhalten einen Förderbeitrag von je 15'000 Franken zur Weiterbearbeitung.
Der Wettbewerb
Der Innerschweizer Kurzfilmwettbewerb INTRO unterstützt Filmschaffende am Anfang ihrer beruflichen Tätigkeit: bei der Realisierung ihres ersten oder zweiten Films. Der Wettbewerb ist auf Kurzfilmprojekte sämtlicher Kategorien von maximal 30 Minuten Länge angelegt und erfolgt in zwei Runden.
Die erste Runde ist ein Ideenwettbewerb: Aus den eingereichten Exposés wählt eine Fachjury vier Projekte zur Weiterbearbeitung aus, honoriert mit einem Förderbeitrag von je 15'000 Franken. In der zweiten Runde wählt die Jury aus den vier weiterentwickelten Projekten ein Sieger:innenprojekt. Dessen Realisierung wird mit maximal 50'000 Franken unterstützt. Die Ausschreibung erfolgt jährlich und fand 2026 zum zwölften Mal statt.
Die Prämierten der ersten Runde 2026
Projektträgerin: Sara Čolić, 29, Rothenburg
Arbeitstitel: Wenn Häuser träumen
Kategorie: Hybrider Kurzfilm(dokumentarisch/fiktional)
Inhalt: Als zwei Schwestern in ihr verlassenes Elternhaus in Bosnien zurückkehren, erwachen nicht nur alte Erinnerungen, sondern auch das Haus selbst beginnt zu träumen. In einer märchenhaften Welt sucht ein Kind nach den verschwundenen Bewohnern und begegnet geheimnisvollen Wesen aus der südslawischen Sagenwelt. Während Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfliessen, entfaltet sich eine Geschichte über das, was von einem Zuhause bleibt, wenn die Menschen längst fort sind.
Projektträgerinnen: Melina Hofer, 32, Luzern; Jana Schlegel, 30, Kriens
Arbeitstitel: Elefanten im Keller
Kategorie: Dokumentarischer Kurzfilm
Inhalt: Eine Spur führt zur nächsten. Wir folgen Wegen, die zunächst unscheinbar wirken – eine Strasse, ein Haus, ein Keller, das Erbstück aus Elfenbein, ein Dokument, ein Gedanke, das Handelsgeschäft des Urgrossvaters, eine Blume in einer Sammlung. Schritt für Schritt entsteht eine Sammlung aus losen Fragmenten: ein offenes, wachsendes Archiv der kolonialen Verstrickungen.
Projektträger: Valerio Alexander Johler, 34, Luzern
Arbeitstitel: Guida, Guarda, Guai
Kategorie: Fiktionaler Kurzfilm
Inhalt: Gianni Ruggieri (46) fährt Taxi in Luzern, und seine Rechnung geht nicht auf. Weil er seinem Sohn in Mailand zwei Derby-Tickets versprach, wettet er fast sein ganzes Geld und verliert. Als er Ida Bucher (81) abends ihren vergessenen Schal zurückbringt, hält sie ihn für den Boten ihres Enkels und gibt ihm einen Umschlag voller Geld. Gianni könnte es zurückbringen. Stattdessen tankt er. Zum ersten Mal seit Langem voll. Von da an passiert fast nichts, und genau das hält er nicht aus.
Projektträgerin: Jessica Prinz, 34, Luzern
Arbeitstitel: Währenddessen
Kategorie: Dokumentarischer Kurzfilm
Inhalt: Während im Krematorium der Körper eines verstorbenen Menschen im Prozess der Einäscherung zerlegt wird, setzt sich in den Erzählungen der Angehörigen ein Bild dieses Menschen aus einzelnen Erinnerungen, Erlebnissen und Eigenheiten zusammen. Der Film bringt zwei Vorgänge miteinander in Beziehung: den handwerklichen Prozess der Einäscherung und die persönliche Erfahrung von Erinnerung und Abschied.
Die Fachjury
Regina Grüter (Vermittlung), Mischa Hedinger (Fiction/Non-Fiction), Jadwiga Kowalska (Animation), Anna Thommen (Vertretung für Wendy Pillonel; Fiction/Dok), Franziska Sonder (Produktion)
Zwei Förderformate
Das Engagement der Albert Koechlin Stiftung im Bereich Filmförderung umfasst neben dem Innerschweizer Kurzfilmwettbewerb INTRO auch den Innerschweizer Filmpreis: Die sechste Ausgabe des Wettbewerbs läuft derzeit (Anmeldeschluss: 15. November 2026); am Innerschweizer Filmpreis-Wochenende vom 6./7. März 2027 sind die ausgezeichneten Filme in den Luzerner Kinos Bourbaki und stattkino zu sehen.
Weitere Informationen: aks-stiftung.ch/Film