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Kulturprojekt «Innereien» eröffnet

Das Innerschweizer Kulturprojekt der Albert Koechlin Stiftung (AKS) unter dem Titel «Innereien» wurde gestern, 15. März 2022, eröffnet. Insgesamt 20 Projekte aus den Bereichen Musik, Theater, Tanz und visuelle Darstellungen lassen sich ab sofort und bis zum 15. Juni 2022 an zahlreichen Innerschweizer Aufführungsorten entdecken.

«Innereien» – der erste Gedanke dazu: eine traditionelle Metzgete. Sofort erscheinen vor dem inneren Auge die essbaren inneren Organe von Schlachttieren, Wild und Geflügel. Je nach dem sind diese Bilder mit opulenten Sinnes- und Gaumenfreuden verbunden – oder wirken blutrünstig und abschreckend. Doch das Thema führt weiter. Was ist im Inneren, im Kern verborgen? Was ist das Wesen von etwas? In welchem Verhältnis steht das Innere zum Äusseren? «Innereien» lässt auch die grossen Fragen zu. Gibt es eine Seele? Ist Gott ein Teil unseres Selbst? Was treibt uns an? Wie entstehen Gefühle?

Die 20 Projekte, die das Publikum bis zum 15. Juni 2022 im Rahmen des Kulturprojekts «Innereien» entdecken kann, setzen das Thema denn auch auf unterschiedlichste Weise um. Dazu Patrick Ambord, Projektleiter AKS: «Es geht um Ohrwürmer im Sinne musikalischer Traditionen, den Mythos Réduit in seiner geologischen und politisch-historischen Dimension, das Reinigende der Kläranlagen, Urbedürfnisse, Sex, das Innenleben eines Radios, verschiedene Gefühle wie Angst, Trauer, Freude und Wut, organische Körperlandschaften, das Fasten, den Wunsch nach dem Fliegenkönnen, Käfer, Steine und natürlich auch das Schwein.»

Mit den 20 Produktionen wird fast die ganze Innerschweiz bespielt: beispielsweise das Theater Uri, Höhlen der Schrattenfluh, das Chäslager Stans, das Museum Bruder Klaus in Sachseln, die Galerie Kriens oder die Viscosistadt in Emmen. In Luzern gehören der Südpol, der Winkel, der Theater Pavillon oder das Bistro der Zentral- und Hochschulbibliothek zu den Aufführungsorten. Im Bourbaki Kino findet das erste Splatterfilmfestival statt, das Zelt-Varieté wird an verschiedenen Orten der Innerschweiz Halt machen, und kultz.ch bietet eine Online-Plattform für über 90 satirische Beiträge.

Willkommene Perspektive in Corona-bedingt schwierigen Zeiten

Die Albert Koechlin Stiftung hat das aktuelle Innerschweizer Kulturprojekt 2019 lanciert und Innerschweizer Kulturschaffende eingeladen, ihre Projektideen zum Thema «Innereien» einzureichen. Die Projekte, die nun in den nächsten Monaten gezeigt werden, hat eine unabhängige Fachjury aus total 93 Einreichungen ausgewählt. Die ausgewählten Projekte werden insgesamt mit CHF 975'000.00 unterstützt.

«Viele Kulturschaffende haben sich in den Corona-bedingt schwierigen Zeiten dankbar gezeigt, auch über die Perspektive und Planungssicherheit, die das Kulturprojekt bietet», sagt Patrick Ambord: «In den Gesprächen mit den jeweiligen Projektverantwortlichen war eine enorme Kreativität und eine grosse Vorfreude zu spüren.» Jurypräsidentin Lena Friedli ergänzt: «Die Produktionen unterschiedlicher Grösse zeigen eindrücklich die kulturelle Vielfalt in den Kantonen rund um den Vierwaldstättersee – ein Feuerwerk an Kultur von Innerschweizerinnen und Innerschweizern für die Innerschweiz.»